Die Forensik wissenschaftlicher Daten

Studien untersuchen, um Fälle potentieller Manipulation zu erkennen

von yote

Die Wissenschaft ist die Basis von Entscheidungen und Gesetzen. Generell ist „trust the science“ eine hervorragende Idee, jedoch haben in letzter Zeit einige aufsehenerregende Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens eindrucksvoll gezeigt, dass Wissenschaftler auch nur Menschen sind, und dass einzelne Wissenschaftler, aus verschiedensten Gründen, ihre Forschung manipulieren. Aus diesem Grunde sollten wir alle im Stande sein, wissenschaftliche Studien eigenständig und unabhängig unter die Lupe zu nehmen, um solche Fälle möglicher Manipulation zu erkennen. In diesem Vortrag fokussieren wir uns auf einen Kernaspekt dessen: Die Untersuchung der Rohdaten selbst.

Wir beginnen mit einer kurzen Einführung in den Aufbau einer typischen wissenschaftlichen Studie und in den Prozess des wissenschaftlichen Publizierens. Anschließend betrachten wir ganz praktisch eine Reihe eindrucksvoller Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens der jüngsten Zeit. An Hand dieser arbeiten wir konkrete praktische Methoden und statistische Herangehensweisen heraus, welche dabei helfen, solche Fälle zu identifizieren, die eine genauere Prüfung verdienen. Sie dienen auch als Startpunkt für weiterführendes, unabhängiges Selbststudium, für welches auf zahlreiche, leicht verständliche Ressourcen verwiesen wird.

Selbstverständlich ist keinerlei Werkzeug oder Technik perfekt. Aus diesem Grunde werden wir auch über die Grenzen der vorgestellten Methoden sprechen, und die ethischen Konsequenzen solcher Analysen erörtern.

Dieser Vortrag richtet sich an alle mit einem Interesse an wissenschaftlicher Forschung, und an alle, die Freude daran haben, Datensätze kritisch auf Plausibilität zu untersuchen. Vorkenntnisse in Statistik und Datenvisualisierung sind zwar hilfreich, aber keineswegs notwendig. Alle relevanten theoretischen Grundlagen werden während des Vortrages eingeführt.